Demenz-Schulung für migrantische Communities

Menschen mit Migrationshintergrund werden älter, und damit steigt auch die Zahl derer, die von einer Demenzerkrankung betroffen sind. In Deutschland leben 16,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, davon sind 1,5 Millionen über 65 Jahre alt. Etwa 108.000 von ihnen sind von einer Demenzerkrankung betroffen. Diese Zahlen werden in den nächsten Jahrzehnten weiter steigen. Von Demenz betroffene Migrantinnen und Migranten haben besondere Schwierigkeiten beim Zugang zu Beratung, Diagnose und Behandlung.  Dabei spielen Sprache und Kultur eine wichtige Rolle. Für die zunehmende Anzahl von demenziell Erkrankten mit Migrationshintergrund ist die Verständigung in der Muttersprache spätestens ab dem mittelschweren Krankheitsstadium alternativlos, weil sie ihre erworbenen Deutschkenntnisse sukzessive verlieren. Das stellt neue Herausforderungen an die gesundheitliche Versorgung.
In 2020 werden weitere Multiplikator*innen geschult, geplant sind die polnische, russische und die spanische Community. Dazu kooperiert das kom•zen mit den Migrationssozialdiensten, dem Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung und mit Migrant*innen(selbst-)organisationen. Diese Einrichtungen kennen den Bedarf der Ratsuchenden am besten und können die Erstellung individueller Curricula unterstützen. Die Schulungen werden in Form von Inhouse Seminarenstattfinden. Auf Anfrage werden Schulungen auch in den Einrichtungen angeboten. In der Pandemiezeit werden die Schulungen im Online-Format angeboten.
Das kom•zen etabliert einen regelmäßigen fachlichen Austausch zur (Weiter-)Entwicklung von Angeboten für demenziell erkrankte Menschen mit Migrationshintergrund und zur Vernetzung bestehender Angebote.

Das Modellprojekt „Demico – Das Thema Demenz in die Migrant*innen-Communities bringen“ hat sich zum Ziel gemacht, Schulungen zur Sensibilisierung zu entwickeln, modellhaft in drei Berliner Communities zu erproben und Schlüsselpersonen zu Multiplikator*innen auszubilden.
Damit werden Aufklärung und Information über das Krankheitsbild Demenz und die vorhandenen Versorgungs- und Beratungsangebote verbessert, Kompetenzen im Umgang mit erkrankten Angehörigen erworben unddie Prävention gestärkt. Das Projekt „Demico“ versteht sich als ein Beitrag zur Erhöhung der Gesundheitskompetenz in den Berliner Migrant*innen-Communities.

Hier ist die abschließende Broschüre zu den Schulungen.